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Die Kulturtouristischen Routen

Pickelhaube, Zwirbelbart, preußische Tugenden, „Zucht und Ordnung“ – unzählige Redewendungen, Anekdoten, Geschichten und Klischees erinnern an die wechselvolle Zeitspanne vom frühen 17. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Teile des Rheinlandes und Westfalens zunächst zu Brandenburg-Preußen, dann zum Königreich Preußen und schließlich in der Weimarer Republik zum Freistaat Preußen zählten.

Doch was bedeutete es, preußisch zu sein – in Westfalen? Und wie viel davon steckt noch in uns? Entdecken Sie auf ausgewählten touristi­schen Routen Burgen, Schlösser, Klöster, Denkmäler, Industriebauten preußischer Vergangenheit, Museen und überraschende Geschichten.

LWL-Freilichtmuseum Detmold

Ein kleiner Preußenweg gesäumt von einer Apfelbaumallee, umgeben von herrlicher Natur und historischen Gebäuden: Schmied, Bäcker oder Töpferin erleben Sie in ihren Werkstätten, auf den Weiden und Wiesen finden Sie vom Aussterben bedrohte Haustierrassen wie Senner Pferde, Siegerländer Rotvieh oder Lippegänse. Im weitläufigen LWLFreilichtmuseum am Rande der wunderschönen lippischen Stadt Detmold machen Sie eine einzigartige Zeitreise in die vergangenen Jahrhunderte Westfalens!

Krummes Haus
32760 Detmold
lwl-freilichtmuseum-detmold.de

 

Glashütte Gernheim

1815 galt sie als vorbildliche Manufaktur in Preußen. Hier erleben Sie täglich, wie ein Glasmacher aus der glühenden Glasmasse Gefäße herstellt.

Gernheim 12
32469 Petershagen
glashuette-gernheim.lwl.org

LWL-Preußenmuseum Minden

Hier erleben Sie Preußen an einem authentischen Ort. Freuen Sie sich auf eine spannende Ausstellung mit vielen interessanten Exponaten und Geschichten aus 340 Jahren preußischer Präsenz in Westfalen.

Simeonsplatz 12
32427 Minden
lwl-preussenmuseum.de

Mindener Museum

Wenn Sie in Minden sind, müssen Sie dieses Museum in der malerischen Oberen Altstadt besuchen. Besonders das interaktive Stadtmodell „Festung Minden im Jahre 1873“ vermittelt einen Einblick in die Stadtgeschichte.

Ritterstraße 23-33
32423 Minden
mindenermuseum.de

Residenzmuseum Schloß Neuhaus | Stadtmuseum Paderborn

Residenzmuseum Schloß Neuhaus


Schloß Neuhaus zählt mit seinen Barockgärten zu den schönsten Zeugnissen der Renaissance in Westfalen. Seit etwa 1815 als preußische Kaserne genutzt, erinnert heute das neue Residenzmuseum an die preußische Garnisonszeit.

Residenzstraße 2
33104 Paderborn
paderborn.de

Stadtmuseum Paderborn

 

Gehen Sie in der 1200-jährigen Stadtgeschichte Paderborns auf preußische Spurensuche! Das Stadtmuseum zeigt zum Regimentsverband der „15er Reiter“ zahlreiche Stücke aus der Zeit der preußischen Garnison.

Am Abdinghof 11
33098 Paderborn
paderborn.de

Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur

Erleben Sie in Dalheim 1700 Jahre europäische Klostergeschichte. Die Klosteranlage mit dem berühmten gotischen Kreuzgang wurde 1803 durch die preußische Regierung säkularisiert und bis in die 1970er Jahre als Gutshof weiter genutzt. Hierzu finden sich zahlreiche Zeugnisse in der Dauerausstellung.

Am Kloster 9
33165 Lichtenau
www.lwl.org/LWL/Kultur/kloster-dalheim

Kreismuseum Wewelsburg

Genießen Sie unterschiedlichste Aus- und Einblicke auf Deutschlands einziger Dreiecksburg in heute noch geschlossener Bauweise! Sie beleuchtet zum einen die Geschichte des Paderborner Landes bis zur erstmaligen Eingliederung des früheren Fürstbistums Paderborn in das Königreich Preußen 1802/03, zum anderen umfasst sie die "Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945" mit der Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS".

Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
https://www.wewelsburg.de/de/index.php

Pickelhaubenbild

Christian Harkort aus Haspe revolutioniert die Pickelhaube

Die Pickelhaube ist das Markenzeichen der Preußen. 1842/43 führte die preußische Armee den Helm mit Spitze ein. Der Wuppertaler Fabrikant Wilhelm Jäger konstruierte den Prototypen der Haube 1841. Der Name des Modells: „Kürassier- Helm M41 aus Stahlblech mit abnehmbarer Spitze“. Da der Helm aus Metall für die Fußsoldaten zu schwer war, konstruierte Christian Harkort 1842 einen Helm aus Büffelleder mit Metallbeschlägen – Modell M42. Nach einer Präsentation vor König Friedrich Wilhelm IV. erließ dieser am 29. November des Jahres eine Kabinettsorder. Harkort und Jägers Metallfabrik stellten in den kommenden Jahren jeweils beide Modelle des Helmes her, die während der Revolution 1848/49 zum ersten Mal zum Kampfeinsatz kamen. Tatsächlich fand die Pickelhaube eine weltweite Verbreitung.

Gemälde Wilhelm I.

Hipster-Bärte im Kaiserreich – Der Kaiser-Wilhelm-Bart als modische Inspiration

Der Bart von Kaiser Wilhelm entwickelte sich nach der Reichsgründung 1871 zum modischen Symbol für die Verbundenheit zur Nation. Kaiser Wilhelm I. trug einen weißen Schnäuzer, der von einem reich gelockten Backenbart gerahmt wurde. Es heißt, der Kaiser habe sich den Bart nachts an den Ohren festgebunden, um für einen perfekten Stand zu sorgen. Der heute noch von einigen Männern getragene „Kaiser-Wilhelm-Bart“ ist aber auf seinen Enkel, Kaiser Wilhelm II., zurückzuführen, dessen Barttracht jedoch nicht weniger extravagant wirkt.

Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid

Das Geschichtsmuseum versammelt herausragende Objekte zur Industrie- und Technikgeschichte der preußischen Zeit. Die große Knopfsammlung bietet einen faszinierenden Überblick über die Geschichte und Produktion des Modeknopfes in Lüdenscheid.

Sauerfelder Straße 14–20
58511 Lüdenscheid
luedenscheid.de

Gustav-Lübcke-Museum

Als Mehrspartenhaus beherbergt das Museum herausragende Sammlungen. Zur Stadtgeschichte in preußischer Zeit zeigt es zahlreiche historische Objekte, die für die preußische Geschichte in Westfalen von besonderer Bedeutung sind.

Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm
hamm.de/gustav-luebcke-museum

Historisches Museum Bielefeld

Die ehemalige „Ravensberger Spinnerei“ zählt mit ihren Parkanlagen zu den herausragenden Industriedenkmälern des Landes. Als ein authentischer Ort preußischer Industrialisierungsförderung ist sie heute Heimat des Historischen Museums.

Ravensberger Park
33607 Bielefeld
historisches-museum-bielefeld.de

LWL-Museum auf Schloss Cappenberg

Das imposante Schloss ist ein Originalschauplatz preußischer Geschichte in Westfalen. 1803 als Kloster säkularisiert, diente es dem preußischen Staatsminister Freiherr vom Stein später als Alterssitz (Wiedereröffnung des Museums voraussichtlich 2021).

Schloss Cappenberg
59379 Selm
stein-cappenberg.lwl.org

Siegerlandmuseum

Das Obere Schloss in Siegen, eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Region, beherbergt das Siegerlandmuseum. Dauerausstellung und Schaubergwerk vermitteln eindrücklich die Geschichte des Bergbaus in der Region.

Oberes Schloss 2,
Burgstraße
57072 Siegen
siegerlandmuseum.de

Westpreußisches Landesmuseum

Ein historischer Parcours führt durch Stationen der deutsch-polnischen Kulturlandschaft, der ehemaligen Provinz Westpreußen. Seit 1960 verbindet den LWL und die Landsmannschaft Westpreußen eine Patenschaft, aus der 1975 das heutige Museum hervorgegangen ist.

Klosterstraße 21
48231 Warendorf
westpreussischeslandesmuseum.de

Mannschaftsaufnahme

Erster deutscher Fußballkrimi: Wer gewinnt den Kronprinzenpokal?

Der Sohn Kaiser Wilhelms II., Kronprinz Wilhelm, rief 1909 zum ersten Mal den „Kronprinzenpokal“ aus und veranstaltete damit den ersten deutschen Fußball-Pokal-Wettbewerb überhaupt. Auch heute finden sich preußische Spuren in der Deutschen Fußballwelt. Woche für Woche marschieren die Preußen in die deutsche Bundeliga ein, zum Beispiel in Form von Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach. Viele wissen gar nicht, dass Borussia die lateinische Form des Wortes Preußen ist. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt heute noch in den Farben der preußischen Flagge: Weiß und Schwarz.

Lehrergemälde

Quereinsteiger gegen akuten Lehrermangel

Als in Preußen 1763 das General-Landschul- Reglement (im Sinne einer Unterrichtspflicht) eingeführt wurde, mangelte es insbesondere auf dem Land an Lehrkräften. Aus diesem Grund wurden oft ausgemusterte Soldaten oder gesundheitlich angegriffene Männer als Lehrer angestellt. Wer Lehrer werden wollte, besuchte zuvor einige Jahre die Volksschule als Gehilfe und bekam Unterricht in Religion, Deutsch, Rechnen und Musik. Freie Stellen wurden nach einer Prüfung vergeben. 1729 nahmen in Schweicheln zum Beispiel ein Schneider, ein Kesselflicker, ein Weber und ein Unteroffizier an einer solchen Prüfung teil. Frauen durften übrigens erst ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterrichten.

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern | LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern gilt als eine Ikone der Industriekultur in Deutschland. Die eindrucksvolle Anlage bietet interessante Einblicke in Bergbau, Technik oder Architektur und dokumentiert den Bezug zur preußischen Vergangenheit.

Grubenweg 5
44388 Dortmund
zeche-zollern.lwl.org

LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt

Auf eine Reise in die Zeit der Hochindustrialisierung begeben Sie sich im TextilWerk Bocholt. Das Gebäudeensemble mit Weberei und Spinnerei sowie Maschinen und Textilien aus preußischer Zeit zeugt von der Entstehung der Textilindustrie im Münsterland.

Weberei: Uhlandstraße 50
46397 Bocholt
Spinnerei: Industriestraße 5
46395 Bocholt
textilwerk-bocholt.lwl.org

LVR-Niederrheinmuseum Wesel

Das neue LVR-Museum begrüßt Sie in der Weseler Zitadelle, dem früheren Kernwerk einer der größten preußischen Festungen im Rheinland. Die lange Geschichte auch
des preußischen Niederrheins und der mit ihm eng verbundenen niederländischen Gebiete wird mit eindrucksvollen Exponaten und Inszenierungen vorgestellt.

An der Zitadelle 14–20
46483 Wesel
niederrheinmuseum-wesel.lvr.de

Museen Burg Altena

Die Burg Altena ist eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands und befand sich bereits seit 1609/14 in brandenburgischem Besitz. Der Rundgang durch die Burgmuseen zeigt eindrucksvoll, wie die Nutzung unter den Preußen über die Jahrhunderte stark wechselte.

Fritz-Thomée-Straße 80
58762 Altena
burg-altena.de
erlebnisaufzug.de

Sauerland-Museum

Im Sauerland-Museum in Arnsberg liegt ein umfangreicher Sammlungsbestand zur Geschichte und Kultur des ehemaligen Herzogtums Westfalen. Da diese Region 1816 zu Preußen kam, umfasst die Sammlung auch Exponate zur preußischen Geschichte.

Alter Markt 24–30
59821 Arnsberg
sauerland-museum.de

Stadtmuseum Iserlohn

Das Iserlohner Stadtmuseum ist in einem der schönsten Barockgebäude der Stadt untergebracht. Das ehemalige preußische Zeughaus wurde durch seine Erstürmung im Mai 1849 zum zentralen Ort des Revolutionsaufstandes in Iserlohn.

Fritz-Kühn-Platz 1
58636 Iserlohn
iserlohn.de

Ruhr Museum

Auf dem Gelände der einst größten und leistungsstärksten Steinkohlenzeche der Welt, dem UNESCO-Welterbe Zollverein, ist das Ruhr Museum beheimatet. In seiner Dauerausstellung wird
in einer eigenen Abteilung die Geschichte der preußischen Herrschaft im Ruhrgebiet thematisiert.

Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
ruhrmuseum.de

Gemälde "Der König überall" (1886) von Robert Warthmüller

Kartoffelmarketing

Pro Kopf werden heute in Deutschland jährlich rund 60 Kilo Kartoffeln gegessen. So beliebt wie heute war das Knollengewächs jedoch nicht immer. Nach der Entdeckung durch Columbus 1492 verbreitete sich die Kartoffel zwar in Europa, die Menschen wussten jedoch noch nicht, wie sie mit der neuen Entdeckung umgehen sollten. Oft aßen sie die Blätter der Pflanze, die nicht nur nicht schmecken, sondern auch giftig sind. Mit Friedrich dem Großen (1712–1786) und seinem sogenannten „Kartoffelbefehl“ begann der Siegeszug der Kartoffel in den preußischen Provinzen. Man erzählt sich, Friedrich der Große habe die Kartoffelfelder seines Landes durch seine Armee bewachen lassen, um der Kartoffel so einen höheren Wert zuzuschreiben. Auch wenn es noch ein wenig dauerte, bis die Kartoffel nicht mehr vom Speiseplan wegzudenken war, ist Friedrich dem Großen der Durchbruch der Kartoffel in Preußen zu verdanken.

Kronprinz Friedrich

Prinz und Page: ein Niederrheinkrimi

Wer sich dem Jugendkonflikt Friedrichs des Großen (1712–1786) mit seinem Vater nähert, stößt unweigerlich auf den Namen „Wesel“. In der Festungsstadt Wesel – Preußens stärkstem Bollwerk in seinen westlichen Gebieten – wurde der Kronprinz nach einem gescheiterten Fluchtversuch inhaftiert und mehreren Verhören unterzogen. Am Tage der Ankunft von König und Kronprinz in Wesel, am 12. August 1730, fallen die Würfel für eine ausgesprochen harte Behandlung des Thronfolgers und seines Mitverschwörers Katte, die für diesen sogar zum Tode führen wird. Gleichzeitig gelingt aber von Wesel aus die einzig erfolgreiche Flucht in dieser Familien- und Staatsaffäre. So führt den früheren Pagen Friedrichs und Weseler Leutnant Peter von Keith ein abenteuerlicher Ritt nach Holland, während ihm ein Häscherkommando der Garnison Wesel auf den Fersen sitzt. An der holländischen Küste wird es dem desertierten Leutnant gelingen, sich nach England einzuschiffen. Diese dramatischen Vorgänge waren weit mehr als nur ein Familienkonflikt. Hier standen sich das auf Dienst und Arbeit gerichtete pietistische Erziehungsideal des Königs und die geistigmusischen Vorlieben des Kronprinzen für die französische Kultur gegenüber, die dem König gründlich verhasst war.

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