Bart. Mode, Rebellion, Männlichkeit?

Ausstellung im Historischen Museum Bielefeld vom 2. 6. – 27. 10. 2019

Ob Schnurrbart, Backenbart oder Vollbart – blickt man zurück in die Vergangenheit, dann trug die Männerwelt den Bart aus ganz unterschiedlichen Gründen. Dabei war und ist er nicht nur männliche Zierde, sondern auch religiöses Symbol, Ausdruck politischer und sozialer Ansichten oder Individualität. Es gab aber auch immer Zeiten, in denen der Bart verpönt war. Im 21. Jahrhundert ist er so populär wie lange nicht. Grund genug für das Historische Museum Bielefeld, dieses Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine Abteilung der Ausstellung beschäftigt sich dabei mit des Kaisers Bart, genauer gesagt mit dem Modell "Es ist erreicht", das untrennbar mit Wilhelm II. verbunden ist. Der Schnurrbart mit den energisch nach oben gezwirbelten Spitzen wurde so populär, dass er als "deutsche Barttracht" in den monarchisch gesinnten Kreisen der männlichen Bevölkerung viele Nachahmer fand. Zu dieser Popularität trug entscheidend François Haby (1861-1938) bei, der Hoffriseur des Kaisers. Er stammte aus einer hugenottischen Familie und unterhielt gleich beim Bahnhof Friedrichstraße in Berlin seinen Salon, den 1901 kein Geringerer als Henry van de Velde im eleganten Jugendstil ausstattete. Haby erschien jeden Morgen zum Rasieren und Frisieren beim Kaiser und begleitete den Monarchen auch zu Staatsbesuchen.  Wilhelm II. soll das Ergebnis von Habys Bemühungen mit dem Ausruf "Donnerwetter, tadellos" gewürdigt haben, der zu einem geflügelten Wort wurde. Geschäftstüchtig nutzte der Friseur die prominente Kundschaft für seine Werbung, besonders für Haarwuchs- und pflegeprodukte, die er in seiner eigenen Fabrik herstellte.

In der Ausstellung sind verschiedene Gegenstände zur Bartpflege aus der Kaiserzeit zu sehen wie Barttassen und –binden sowie Pflegemittel. Der Schnurrbart des Kaisers reizte aber auch zur Parodie, wie zwei Damen beweisen, die sich um 1910 in Uniform und mit falschen Bärten ablichten ließen.

Weiterführende Informationen unter: historisches-museum-bielefeld.de

Kostumierte Frauen mit angeklebten Bärten , um 1900, Foto: Historisches Museum Bielefeld

Hohenzollern-Orte

Die Cadolzburg ist seit dem 13. Jahrhundert eine der wichtigsten Residenzen der Hohenzollern und im 14. und 15. Jahrhundert sogar ein Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Das neue Burgerlebnismuseum „HerrschaftsZeiten!” ermöglicht auf der Cadolzburg eine Begegnung mit dem Mittelalter und mit den Hohenzollern. (©Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen)

 

Nicht nur in Brandenburg und Westfalen kann man Spuren der preußischen Geschichte entdecken. Auch in Süddeutschland, insbesondere in Bayern, lassen sich "Orte einer deutschen Dynastie" finden. Fast 100 Jahre lang haben die Hohenzollern die Geschicke des heutigen Deutschlands mitbestimmt und Städte, Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster, Museen, Gärten und Parks geprägt. Die Hohenzollern-Orte und das Netzwerk „Preußen in Westfalen“ wollen zukünftig gemeinsam auf die Bedeutung und das Erbe der Hohenzollern und des Königreichs Preußen aufmerksam machen.

Weitere Informationen zum Netzwerk Hohenzollern-Orte, den Standorten und den Geschichten hinter den Geschichten unter:  www.hohenzollern-orte.de

 


 

WDR zu Besuch im LWL-Preußenmuseum Minden

Klaus Knoop zeigt im Depot des LWL-Preußenmuseums Minden Objekte aus dem Nachlass seines Großvaters, dem Chauffeur des Kaisers Julius Knoop (© LWL)

 

Heute vor 100 Jahren wurde die Deutsche Republik in Berlin ausgerufen. Am selben Tag übertrug Kaiser Wilhelm II. Hindenburg formell das de facto schon bestehende militärische Oberkommando in Spa. Am darauf folgenden Tag ging Wilhelm II. ins Exil in die Niederlande: Sein Leibchauffeur Julius Knoop fuhr ihn zum niederländischen Grenzort Eysden, von wo aus der Monarch mit dem Zug weiter nach Amerongen ins Exil reiste.

Die Journalistin Claudia Beucker hat dazu recherchiert und war so auf den im LWL-Preußenmuseum Minden befindlichen Nachlass von Julius Knoop gestoßen. Eben diesen Nachlass betrachtete Sie gemeinsam mit dem Enkel von Julius Knoop, Klaus Knoop, in unserem Depot. Klaus Knoop erzählte davon, wie stark die historischen Ereignisse und gemeinsame Erlebnisse mit dem ehemaligen Kaiser seinen Großvater prägten. Zu sehen ist ihr Beitrag in der Aktuellen Stunde am 10. November im WDR Fernsehen.

Hintergrundinformation:

Der Nachlass von Julius Knoop war im Jahr 2004 durch seinen Sohn, Hansdieter Knoop in das damalige Preußen-Museum NRW in Minden gekommen.

Julius Knoop, 1887 geboren in Holtfeld im Kreis Halle/Westfalen als zweitjüngstes von neun Geschwistern, war einer der ersten Autofahrer Westfalens und gelangte auf Empfehlung 1908 den Dienst in der Automobil-Abteilung beim Kaiserlichen Marstall in Berlin. In den folgenden Jahren begleitete er den Monarchen auf zahlreichen Reisen, so. z. B. nach Königsberg, Cardinen, Straßburg, Metz, aber auch nach Korfu, ins sommerliche Domizil der Kaiserfamilie. Julius Knoop war bis zu seinem Tod 1967 treuer Anhänger des Kaisers und war als Gast bei verschiedenen Gelegenheiten in Haus Doorn und auf der Burg Hohenzollern.

Weitere Informationen zum "Ende des Kaiserreichs" finden Sie auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Klaus Knoop im Depot des LWL-Preußenmuseums Minden
Dreharbeiten im Depot

 


Web-Serie "Preußen & Westfalen"

Die westfälische Wirtin Clara und der preußische Soldat Gustav - Ausschnitt aus der Web-Serie "Preußen & Westfalen" (©David Lensing)

 

„Töttchen und Möpkenbrot gibt’s heut nicht mehr. Hier - Brot und Butter, dat      
war’s. Ihre Kameraden da, die sehen auch nicht aus, wie die Langen Kerls des
ach so großen Preußen. Wo sind denn eure Riesen von anno dunnemals?“

Wir schreiben das Jahr 1871. Der Deutsch-Französische Krieg ist vorrüber und das Kaiserreich gegründet. Die Soldaten kehren zurück in ihre Heimat. Ein paar Berliner machen auf der Rückreise Rast in Westfalen...

Die Web-Serie "Preußen & Westfalen" erzählt die Geschichte eines Abends in einem westfälischen Wirtshaus. Der preußische Soldat Gustav kehrt dort ein, um mit seinen Kameraden den Sieg über die Franzosen zu feiern. Die junge westfälische Wirtin Clara hat im Krieg ihren Ehemann verloren und macht keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber den Preußen. Drei Episoden erzählen vom Aufeinandertreffen von Gustav und Clara. Sie kommen ins Gespräch, diskutieren die zurückligenden Jahre des westfälisch-preußischen Geschichte und streiten über die aktuellen Ereignisse.

Der Reiz der Serie ergiebt sich aus dem Wechsel zwischen fiktionalen Szenen und dokumentarischen Elementen: Gustav und Clara wenden sich immer wieder direkt an den Zuschauer und unterstreichen ihre Position durch die Darstellung von historischen Ereignissen durch Animationen. Dadurch entsteht ein facettenreicher Blick auf das Thema "Preußen in Westfalen".

Aus wissenschaftlicher Sicht ergänzen vier Clips die Erzählung und versuchen Antworten auf folgende Fragen zu geben: "Welche Bedeutung hat Preußen heute noch?" und "Welche Spuren der preußischen Herrschaft findet man heute noch in Westfalen?".

Ab dem 19. November 2018 sind alle Episoden online verfügbar. Einen Blick hinter die Kulissen gibt bis dahin das Making-of auf unserem Youtube-Kanal Netzwerk "Preußen in Westfalen".

 

Die Web-Serie ist das erste filmische Projekt des Netzwerkes "Preußen in Westfalen" und ist in Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen entstanden.


Tag des offenen Denkmals in der Optischen Telegrafenstation Nr. 32 - Oeynhausen

09. September 2018 von 11 Uhr bis 18 Uhr 

Am kommenden Sonntag können alle Besucher der Optischen Telegrafenstation Nr. 32 - Oeynhausen an einer exklusiven Preview der Web-Serie „Preußen & Westfalen“ teilnehmen. Entstanden ist der Mehrteiler für das Netzwerk „Preußen in Westfalen“ in Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen. In drei Episoden wird vom Aufeinandertreffen des Berliner Soldaten Gustav und der westfälischen Wirtin Clara kurz nach der Gründung des wilhelminischen Kaiserreiches 1871 erzählt. Ein einleitendes Statement und zwei Interviews mit Experten aus dem Netzwerk ordnen die Episoden in den historischen Zusammenhang der preußischen Geschichte in Westfalen ein.

www.kulturland.org/Lieblingsplaetze/Museen/Optische-Telegrafenstation-Nr.-32-Oeynhausen/

 

 


Geschichtsfest in Enger

01. und 02. September 2018

An diesem Wochenende präsentiert sich das Netzwerk "Preußen in Westfalen" am Stand des LWL-Preußenmuseum Minden beim diesjährigen Geschichtsfest in Enger. Neben allen Informationen rund um das Netzwerk, das neue LWL-Besucherzentrum im Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica und das LWL-Preußenmuseum Minden, wird es eine Selfie-Aktion mit dem blauen Netzwerk-Schnurrbart geben. Posten Sie Ihre Fotos unter #preusseninwestfalen und #kaiserlicheaussichten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand!