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LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Das Foto zeigt den oberen Teil der Fassade der Lohnhalle mit opulentem Giebel und Zwiebeltürmen

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Prunkvolle Backsteinfassaden und opulente Giebel mit Zinnenkranz und Ecktürmchen rund um den grünen Ehrenhof erinnern auf den ersten Blick eher an eine Adelsresidenz als an eine Schachtanlage, auf der Kohle gefördert wurde.

Genau dies war Teil der Bauidee. Heute ist das „Schloss der Arbeit“ zweifellos eines der schönsten und außergewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in Deutschland.

Kaum mehr vorstellbar ist heute, dass das Ensemble nach der Stilllegung in den 1960er Jahren zugunsten einer Schnellstraße abgerissen werden sollte. Wichtigstes Objekt im Kampf um den Erhalt war die Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal – heute eine Ikone der Industriekultur. Der Erhalt des Vorzeige-Baus aus Stahl und Glas 1969 rettete nicht nur die gesamte Anlage, sondern markiert gleichzeitig auch den Beginn der Industriedenkmalpflege in Deutschland.

Im Fall von Zollern erinnert bereits der Zechenname an die preußische Herrschaft im westfälischen Ruhrgebiet: Als Zeichen der Dankbarkeit für neue Freiheiten im Bergbau wollten Dortmunder Unternehmer 1856 ihre neue Zeche in Kirchlinde nach dem preußischen Königshaus benennen. Der Name „Hohenzollern“ wurde abgelehnt und zu „Zollern“ verkürzt, und so hieß dann auch die Schwesterzeche in Bövinghausen, heute Museumsstandort.

Die Backsteinbauten der Tagesanlagen kann man durchaus als “preußische” Architektur interpretieren. Die Maschinenhalle aus unverkleidetem Stahlfachwerk steht für den enormen Aufschwung der deutschen Stahl- und Montanindustrie im Ruhrgebiet um 1900. Dieser Aufschwung wurde maßgeblich durch die progressive preußische Wirtschaftspolitik im Deutschen Kaiserreich gefördert.

Die Ausstellung zur Betriebsgeschichte macht weitere Bezüge zu Preußen deutlich: Sie zeigt unter anderem eine Dortmunder Vereinsfahne mit einer prachtvollen “Germania”, eine Bibel, die Kaiserin Auguste Victoria der protestantischen Kirchengemeinde vor Ort schenkte oder den Schutzhelm eines preußischen Gendarmen, der auf die gewaltsame Unterdrückung des Bergarbeiterstreiks von 1905 verweist.

Anfahrt

Adresse

Grubenweg 5, 44388 Dortmund

 

Anfahrt mit dem Auto

A 40 Dortmund - Essen, Abfahrt Dortmund-Lütgendortmund/B235, dann Wegweisern folgen oder

A 42 Dortmund - Oberhausen, Abfahrt Castrop-Rauxel, dann B 235 und Wegweisern folgen

A 45 Dortmund - Frankfurt, Abfahrt Dortmund-Marten, dann Autobahnzubringer Richtung Dortmund-Marten und Wegweisern folgen.

Achtung: Bei Anfahrt mit Navigationssystem bitte ggf. "Rhader Weg 5" als Zieladresse eingeben, da nicht alle Systeme den Grubenweg richtig programmiert haben.

Parkplatz vorhanden / auch für Busse

 

Anfahrt mit ÖPNV

Haltestelle "Industriemuseum Zollern" der Buslinie 462 (U-Bahnlinie 47 bis Dortmund-Huckarde Bushof, dann Bus 462 Richtung Dortmund-Marten bis Haltestelle "Industriemuseum Zollern")

oder

Haltestelle "Bövinghauser Straße" der Buslinie 378 (S-Bahnlinie 1 bis Bochum-Langendreer oder S-Bahnlinie 4 bis Dortmund-Lütgendortmund, dann Bus 378 Richtung Castrop-Rauxel bis Haltestelle "Bövinghauser Straße"; dann noch Fußweg von ca. 1 km oder mit dem Bus 462 Richtung Huckarde bis Haltestelle "Industriemuseum Zollern").

oder

Bahnlinie RB 43 ("Emschertal-Bahn"), Dortmund-Dorsten, bis Bahnhof "Dortmund-Bövinghausen"; von dort ein zehnminütiger Fußweg

 

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Öffnungszeiten

Di-So 10-18 Uhr

Preise

Erwachsene 4 €

Ermäßigt* 2,50 €

Kinder, Jugendliche (6-17 J.), Schüler 2 €

Schüler mit Führung 1,10 €

Familientageskarte 9 €

Gruppen ab 16 Personen je Person 3,50 €

* Bezieher von laufenden Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und XII, Studierende (mit Ausnahme „Studium im Alter“), Auszubildende, Bundesfreiwilligendienst-Leistende, Angehörige im freiwilligen sozialen und ökologischen Jahr, schwerbehinderte Menschen ab 80% (Begleitperson frei)

Essen und Trinken

Restaurant Pferdestall

www.pferdestall.biz

 

Einblicke

Die farbige Ansichtskarte aus dem  Jahr 1916 zeigt Kaiser Wilhelm II mit Pickelhaube.

(1) Ansichtskarte mit Porträt Kaiser Wilhelms II nach einem Bild des Künstlers O. Renatus, um 1916

Die 40 Zentimeter hohe Statuette aus  Bronze zeigt Reichskanzler Bismarck in der Uniform eines Deutsch-Ordens-Ritters.

(2) Reichskanzler Otto von Bismarck in der Uniform eines Deutsch-Ordens-Ritters

Bildnachweise

(1) LWL-Industriemueum / (2) LWL-Industriemueum/Martin Holtappels