Sozialistengesetze / Bergarbeiterstreik an der Ruhr 1889

Der rapide Strukturwandel in Folge der Industriealisierung ließ die „Soziale Frage“ seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer dringlicher werden. Die 1875 gegründete Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands vertrat die Anliegen der stetig wachsenden Arbeiterschaft mit Vehemenz im Reichstag.

Dies wurde als Bedrohung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung verstanden. So gipfelten die staatlichen Unterdrückungsmaßnahmen u. a. in dem von Bismarck eingebrachten Gesetz „gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ vom 21. Oktober 1878. Trotz vielfältiger Repressionen lässt sich in der Folge die Sozialdemokratie nicht politisch ausschalten. Ein Beispiel des wachsenden Selbstbewusstseins der Arbeiterbevölkerung ist der Bergarbeiterstreik von 1889 im Ruhrgebiet. 70.000 Arbeiter gehen u.a. für eine Lohnerhöhung und die Einführung des 8-Stunden-Tages in Ausstand. Die zum Teil gewalttätigen Proteste enden im Juni 1889 mit der Akzeptanz vieler Forderungen durch die Arbeitgeber.

Bildinformation: Polizeiliche Auflösung einer Sitzung unter dem Sozialistengesetz, um 1890, Holzstich, bpk