Bau der Arbeiterkolonie Westend

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erkennt Alfred Krupp (1812-1887) die Notwendigkeit geeignete und menschenwürdige Wohnungen für die steigende Zahl der Beschäftigten in seiner Gussstahlfabrik bauen zu lassen. Die Firma Krupp ist die erste in Deutschland, die Werksunterkünfte in großem Umfang errichtet.

Die Arbeiterkolonie Westend ist die erste Werkssiedlung der Firma Krupp in Essen. Arbeitersiedlungen in der Nähe von Großbetrieben werden zum Erfolgskonzept und finden deutschlandweite Verbreitung. Bis heute haben sie sich in unterschiedlichen Formen in Westfalen erhalten. Beispielhaft für eine geschlossene Bauweise mit mehreren Geschossen und großräumigen Hofanlagen ist die Siedlung Friedrichshof in Essen. Sie entstand 1899/1900. Zu den schönsten erhaltenen Siedlungen zählen die Gartenstädte Siedlung Teutoburgia in Herne (ab 1909) und die Margarethenhöhe in Essen (ab 1906). Der staatliche Soziale Wohnungsbau entwickelte sich erst während der Weimarer Republik.

Bildinformation: Zufahrt zur „Margaretenhöhe“ in Essen, um 1920, Fotoarchiv Ruhr Museum, Essen
Auf dem von Margarethe Krupp gestiftete Gelände im Essener Süden entstand ab 1906 die erste Gartenstadt Deutschlands. Arbeitersiedlung „Friedrichshof“ der Fa. Fried. Krupp in Essen, 1906, Fotoarchiv Ruhr Museum, Essen