Reichsdeputationshauptschluss

Der Reichsdeputationshauptschluss vom Februar 1803 bedeutet für die Klöster und Stifte das Ende ihrer bisherigen Daseinsform.

In Westfalen gibt es seit dem frühen Mittelalter eine Vielzahl von Kloster- und Stiftsgründungen, die einerseits durch ihr bauliches Erscheinungsbild, andererseits durch ihre geistlich-geistigen Leistungen Westfalen bis in die Neuzeit entscheidend prägen. Das Ende dieser westfälischen Klosterlandschaft kommt einer Zäsur gleich, denn dadurch wird eine Jahrhunderte überdauernde Tradition und Kultur gelöscht. Gleichzeitig liegt in diesem Umbruch auch ein Neubeginn für Westfalen, ein Aufbruch in die moderne Zeit. Die Auflösung der von Fürstbischöfen regierten Territorien durch Preußen schafft die Grundlage für ökonomischen, politischen und industriellen Fortschritt. Nicht zuletzt geben die neue Nutzung von Klosteranlagen als Domänen, psychiatrischen Anstalten, Landarmen- und Arbeitshäusern oder industriellem Gewerbe Zeugnis eines neuen Zeitgeistes.

Bildinformation: Portal des ehemaligen Kloster Dalheim, 1924, Fotografie, LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen