Flucht und Vertreibung

1945 - 1950

Durch den Zweiten Weltkrieg verloren über 15 Millionen Deutsche ihre Heimat in den bis dahin deutschen Ostgebieten sowie den Siedlungsgebieten in Mittel- und Südosteuropa. 1950 leben über 1,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene in Nordrhein-Westfalen. Davon zwei Drittel in Westfalen, vorrangig in Ostwestfalen. Die größte Gruppe bilden die Schlesier, gefolgt von Ostpreußen sowie Pommern und Ostbrandenburgern.

Die Flüchtlinge werden hilfreiche Arbeitskräfte beim Wiederaufbau der zerstörten Städte und Industrieanlagen. Zudem tragen sie indirekt zur Auflockerung der bodenständigen und engmaschigen sozialen Strukturen in Westfalen bei. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Erneuerung und zum wirtschaftlichen Aufschwung in den 1950er-Jahren.

Bildinformation: Eduard Bischoff (1890-1947): Treck 1945, Holzschnitt, um 1955, Bischoff war bis 1945 Professor der Königsberger Kunstakademie